Neuigkeiten aus Madulain

17.12.2019

Schutzdamm kann gebaut werden

22 von 127 Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern nahmen an der Gemeindeversammlung vom 16. Dezember teil, 23 hatten sich entschuldigt. Damit waren 17,5 % der Stimmberechtigten von Madulain anwesend. Zwei wichtige Traktanden wurden diskutiert und verabschiedet: ein Kreditantrag von CHF 270‘000 für den Ausbau des Schutzdamms Vallatscha und das Budget 2020. Der Gemeindesteuerfuss bleibt bei 85% der einfach Kantonssteuer.

Der Schutzdamm Vallatscha wird ausgebaut. Die Gemeindeversammlung hat dem Bauvorhaben oberhalb des Dorfes in Richtung Zuoz einstimmig zugestimmt. Ein Kreditantrag von CHF 270‘000 kam erneut vor die Gemeindeversammlung, da bei der Berechnung des Detailprojekts eine erhebliche Überschreitung der vormaligen Kostenschätzung festgestellt wurde. Die Berechnungsfehler geschahen von Seiten des kantonalen Amtes für Wald- und Naturgefahren.
«Fehler passieren und wir wollen hier niemanden beschuldigen», erklärte Gemeindepräsident Roberto Zanetti auf die Frage, wie ein so hoher Berechnungsfehler zustande kommen kann. Wichtig sei, dass der Damm, der das Dorf vor Lawinen und Rüfen schützt, bald gebaut werde. Die Bauarbeiten beginnen im Herbst 2020 und sollen im zweiten Halbjahr 2021 fertiggestellt sein.

Bei der Besprechung des Budgets 2020 gab vor allem ein Posten zu reden: die Erstellung einer neuen zentralen Kehrrichtentsorgungsstelle. Der Gemeindevorstand hat ein neues Konzept erarbeitet, das nur noch eine Sammelstelle am Standort Vallatscha bei der Bahnunterführung vorsieht. Dabei werden die bestehenden Müllcontainer durch Halbunterflurcontainer sogenannte Moloks ersetzt. Die anderen drei Sammelstellen (Spih, Resgia Veglia und Prasüra) sollen aufgehoben werden. Der Gemeindevorstand verspricht sich mit diesem neuen Kehrrichtentsorgungskonzept mehr Effizienz, mehr Ordnung und mehr Begegnungen im Dorf. Der Gemeindevorstand ist sich aber auch bewusst, dass sich die Bevölkerung umgewöhnen muss.
Kritisiert wurde an der Gemeindeversammlung, dass die Entsorgungsstelle für Grüngut nach Zuoz verlegt würde. Auf Skepsis stiess zudem die vorgesehene Kartonentsorgung in Moloks statt mit Kartonpresse. All dies führe letztlich zu einem «Leistungsabbau», und deshalb wurde der Antrag gestellt, das Konzept in dieser Form abzulehnen und zur weiteren Bearbeitung an den Gemeindevorstand zurückzuweisen. Diesem Antrag wurde mit 16 Ja- zu 5 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung zugestimmt.

Gemeindepräsident Roberto Zanetti machte weitere Ausführungen zu verschiedenen Investitionsposten im Budget. Hier zwei Beispiele:

  • Strassenbeleuchtung. Nach einem erfolgreichen Pilotversuch werden alle 49 Strassenleuchten im Dorf durch moderne LED-Leuchten ersetzt. Die neuen intelligenten Leuchten sind mit Bewegungsmeldern ausgestattet und können per Applikation in verschiedenen Szenen nach Bedarf gesteuert und gedimmt werden.
  • Bahnunterführung. Die RhB plant die Bahnunterführung Via Vallatscha zu sanieren. Die drei markanten Rundbögen sollen entfernt und mit horizontal laufenden Stahlträgern ersetzt werden (siehe Plan unten). Die neue Unterführung bietet somit mehr Raum für die durchgehenden Fahrzeuge und Personen. Für die Gemeinde entstehen insofern Kosten, dass im gleichen Zuge der Asphaltbelag und die Kanalisationsschächte der Via Vallatscha erneuert werden.

Das ausgeglichene Budget von rund 3,5 Mio. Franken wurde unter Berücksichtigung des angenommenen Antrags (Zurückweisung zentrale Kehrichtentsorgungsstelle) einstimmig bewilligt.

Abschliessend wurden die Steuerfüsse und Gebühren festgesetzt. Der Gemeindevorstand beantragte, den Gemeindesteuerfuss weiterhin bei 85% der einfachen Kantonssteuer zu belassen. Diesem Antrag wurde einstimmig gefolgt, jedoch gab ein Stimmbürger zu bedenken, dass über eine Steuersenkung im nächsten oder übernächsten Jahr nachzudenken sei.

 

Plan der neuen Bahnunterführung
Beachten Sie, dass dies kein fertiges Bauprojekt ist, sondern lediglich ein Planungsvorschlag.

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